Archive for September, 2009
Der Newsroom der TU Dortmund
Auch wenn ich auf der einen oder anderen Veranstaltung schon wieder höre, daß das Web 3(!).0 schon längst wieder Schnee von gestern und das Thema Cross-Media ja längst veraltet sei, so freue ich mich doch darüber, die Fortschritte bei einem der spannendsten SNAP-Projekte zu beobachten: Beim Unified Newsroom der TU Dortmund.
In der ersten Phase wurde die Zeitungsproduktion optimiert. Gut, das war in der Tat keine Pionierleistung, aber eben eine wichtige Vorbereitung für die Zusammenführung der einzelnen Bereiche. Parallel zu unserem (techniklastigen) Projekt wurde die Architektur des neuen Gemeinschaftsraumes für die Angehörigen der unterschiedlichen Redaktionsteams aus Fernsehen, Online, Radio und Print entworfen, damit nicht nur die Software abbildet, wie künftig Journalisten zusammenarbeiten werden. Damit neben der Vernetzung über Rechner auch persönliche Kontakte zwischen denjenigen entstehen, die sich früher höchstens per Zufall in der Mensa über den Weg liefen.
Nun ist aber auch ein weiterer Meilenstein in der Softwareentwicklung erreicht. Die Themenplanung, die übergreifend über die verschiedenen Ausgabekanäle (also Web-Fernsehen, Radio, Zeitung, Website) zunächst einmal erfaßt, welche Themen überhaupt aktuell anliegen.
Redakteure können somit beauftragt werden, einen Artikel für Web und Print zu verfassen, während ein anderes Team eine Fernsehsendung dazu anfertigt. Und beide Parteien wissen, was die jeweils andere gerade erstellt. So kann beispielsweise das Fernsehteam auf den Bericht in der Zeitung zugreifen, während in der Online-Ausgabe ein Hinweis auf die Sendung erscheinen kann. Und dank der semantischen Engine wird parallel jedem recherchierenden Benutzer auch noch angezeigt, was zu dem Thema im Archiv und in der Blogwelt los ist.
Im nächsten Schritt werden wir dann die Online-Plattform aufbauen. Dann werden die Fernsehsendungen auch im Internet abrufbar, ebenso wie die Radiosendungen. Aber mehr davon später: wenn es denn fertiggestellt ist.
Und auch wenn unsere Branche natürlich auf Veranstaltungen und Vorträgen schon die Visionen von übermorgen als längst durchführbar propagiert, so ist es doch schön, einmal ein solches Gesamtprojekt funktionieren zu sehen.
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