Archive for Dezember, 2008
Eine Art LDAP für Metadaten?
Wir sitzen bei CoreMedia und diskutieren über Metadaten. Natürlich nicht auf diese philosophische Art, wie man das zumeist auch erst nach Feierabend macht. Sondern haben ein grundlegendes Problem beim Verwenden von Metainformationen besprochen:
Werke jeglicher Art, seien es Videos, Bilder oder Texte, werden mit Metadaten versehen. Völlig klar.
So werden beim Erstellen von Artikeln innerhalb eines Redaktionssystems Informationen wie der Name des Autors, Länge des Textes, und viele weitere Informationen gespeichert, damit dieser Artikel leichter verwaltet werden kann. Diese Informationen liegen meist in einer zentralen Datenbank. Ein an sich vernünftiges Prinzip. Aber was passiert, wenn diese Daten dann an ein anderes System übergeben werden? Oder an mehrere?
Beispielsweise soll der oben erwähnte Artikel nun auch im Web publiziert werden. Also wird er an ein Content-Management-System übergeben. Dabei werden einige Metainformationen ebenfalls übergeben, aber natürlich nicht alle.
In der Zwischenzeit ist die gedruckte Ausgabe abgeschlossen und soll nun aus dem Produktionssystem gelöscht werden. Dazu wird der Artikel aus dem System exportiert und archiviert, denn er soll natürlich weiterhin gefunden werden.
Ein halbes Jahr später. Gegen den Artikel wurde juristisch vorgegangen und dummerweise auch noch zu recht. Das kann vorkommen. Wer weiß jetzt noch, an welche Systeme er denken muß, wenn er den Artikel unternehmensweit sperren möchte?
Er muß in unserem einfachen Beispiel „nur” an das CMS und ans Archivsystem. Vielleicht gibt es aber auch noch eine Bilddatenbank, in der ein zum Artikel gehörendes Bild liegt, welches ebenfalls gesperrt werden muß? Und was passiert, wenn dieser Artikel nun in mehreren Publikationen im Konzern benutzt wurde?
Mir kam bei der Diskussion so der Gedanke, daß das Problem eigentlich sehr ähnlich dem der Benutzerrechte vor Einführung von LDAP sein könnte. Es fehlt eine zentrale Unternehmensdatenbank, in der solche Informationen, die über Systemgrenzen hinweg wichtig sind, gespeichert werden können. In der jede Anwendung Informationen darüber findet, ob Artikel juristisch unbedenklich sind, welche Rechte an Bildern das Unternehmen eigentlich hat, wann diese Rechte auslaufen und so weiter.
Damit ein Administrator wirklich nur noch in einem System den Vermerk „Artikel darf nicht mehr verwendet werden” oder „Bildrechte abgelaufen” setzen muß und sicher sein kann, daß diese Inhalte dann auch wirklich nicht mehr verwendet werden.
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